Hetzjagd-Trading - Was Trader von Geparden lernen können

 

 

Viele Trader verstehen Trading falsch. Sie glauben der Hauptteil der Trading-Arbeit  besteht darin sich während der Marktöffnungszeiten vor den Screen zu setzen  und wie wild den DAX auf 5-Minuten-Basis hinterherzulaufen.Ich sage, dass  Trader die sich einfach so, ohne Plan, vor den Screen setzen, sich so verhalten  wie eine Schlange im fernen Osten zu der Flötenmusik des Fakirs.

 

Sie starren wie gespannt auf das rote und grüne Blinken der Kurse, folgen jedem  Tick, und tanzen zur Musik des Marktes.

Tut mir leid diesen Einwand bringen zu müssen, aber bitte wie wahrscheinlich ist das, dass das Signal gerade dann Auftritt, wenn man den Chart gerade aufgemacht hat? Wenn ich mir einen beliebigen Chart ansehe und ihn analysiere, so gibt es meist nur 3-5 Signale, die man handeln hätte können. Und das bei einer Darstellung von mehr als 150-200 Kerzen pro Zeitebene. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Signale gerade dann auftritt, wenn man den Chart aufmacht ist sehr gering. Hier schleicht sich meist der Fehler des Overtradings ein, indem man den Markt nicht auf sich zukommen lässt.

Nicht nur, dass die Wahrscheinlichkeit sehr gering ist, dass das Signal des diskretionaeren Traders immer gerade dann auftritt, wenn der Trader den Chart analysiert - nein, durch dieses Verhalten “spielt” der Trader auch einfach nur. Er “arbeitet” nicht.

Der Spiel-Trader wiederholt dieses Spiel jeden Tag, speichert seine Charts nicht, hat keinen Plan und keine Strategie. Er waehlt die Trades eben frei aus dem Chart. Der “arbeitende” Trader geht seine Analysen durch, und erstellt sich eine Watchlist und einen Trading-Plan für seine beobachteten Werte. Er analysiert Charts auf seine Strategien hin ab, entwirft sich einen Trading-Plan und setzt diesen dann um. Die eigentliche Arbeit besteht aber nicht in der Execution, sondern in der Trade-Planung.

Ein Trader muss sich verhalten wie ein Gepard. Ein Gepard kennt seine Kraft, und schlägt dann zu, wenn sich die Möglichkeit bietet zu fressen, denn sonst verhungert er. Aber auch ein Gepard läuft immer nur der krankesten Gazelle nach, die er einfach erwischen kann.

Ein Gepard wird nie den Fehler machen, immer die schönste, dickste und schnellste Gazelle zu jagen. Er holt sich die “einfache Beute” und wartet geduldig, dass der Markt ihm eine Gazelle vor die Füsse legt. Erst dann schlägt er zu. 

Ganz so leicht ist es dann doch nicht immer. Aber ein Gepard hat, so wie es ihm die Natur befiehlt, auch nicht allzuviele Versuche eine Gazelle zu fangen. Wenn er zu oft mit seinen Versuchen scheitert, dann wird er elendig vereenden.

Auf Wikipedia heisst es zur Jagd des Geparden:

Geparden pirschen sich in der Regel auf mindestens ca. 50 bis 100 m an ihre Beutetiere heran, um sie dann mit der gepardentypisch hohen Geschwindigkeit anzugreifen. Diese Art der Jagd wird mitunter mit der Hetzjagd etlicher Caniden (z. B. Wölfe) verglichen.

Letztere zeichnet sich jedoch durch Ausdauer gegenüber den auf kurzen Distanzen oft schnelleren Beutetieren aus, während im Gegensatz dazu Geparden aufgeben müssen, wenn sie das anvisierte Beutetier nicht nach einigen hundert Metern erreicht haben. Dies entspricht prinzipiell durchaus der Jagdweise anderer Katzen, nur dass der Gepard auf das Erreichen sehr hoher Geschwindigkeiten spezialisiert ist und bei der Verfolgung im Vergleich zu den meisten anderen Katzen längere Distanzen überwindet.

Auf diese Weise sind 50 bis 70 % der Jagden erfolgreich. Kein anderes einzeln jagendes Raubtier hat eine höhere Erfolgsquote, lediglich in Rudeln jagende Raubtiere übertreffen die Quote des Gepards.

Die Beute wird einfach überrannt: Der Gepard läuft in die Beine des Opfers, das daraufhin das Gleichgewicht verliert und stürzt. Anschließend drückt der Gepard dem Beutetier mit den Zähnen die Kehle zu. Er zerbeißt also nicht die Nacken- oder Halswirbel, um seine Beute zu töten, sondern erstickt sie. Hiernach muss sich der Gepard erst einmal ausruhen, denn eine zu lange Jagd kann zur Überhitzung seiner Muskeln führen. Doch dann muss der Gepard schnell fressen, denn er kann seine Beute gegen andere Raubtiere wie Hyänen oder Leoparden praktisch nicht verteidigen.

   

Insbesondere als Swing-Trader kann man von der Hetzjagd der Geparden einiges lernen. Ich möchte heute nämlich darüber sprechen, wie ich meine Trades auf unterschiedlichen Zeitebenen aufbaue, um so das Maximum aus einem Trade herauszuholen.

Hier der Schlachtplan des Hetzjagd-Tradings:

1. Suche ein Chart-Setup mit einer soliden Trendautobahn im Tageschart

2. Warte auf das Signal im Tageschart auf dem Beschleunigungsstreifen im Tageschart

3. Wechsle in den 30Min. oder 60Min.-Chart (je nach Volatiltaet), um Entry, Stopp und Target zu setzen. (Meist ein Break-Out Trade)

4. Achte darauf, dass dir auch einen Target auf dem Tageschart setzt. Das ist dein übergeordnetes Kursziel.

5. Lege grossen Wert auf eine schnelle Re-Entry Strategie im Stundenchart, sollte das übergeordnete Target des Tagescharts noch nicht erreicht worden sein, oder die Position am Target oder auf dem Stopp glatt gestellt worden sein.

6. Stellt sich heraus, dass das Target des Tagescharts tatsechlich ein greifbares Kursziel ist, baue die Position im Stundenchart so gut möglich zu einer Positions-Pyramide auf.

Die meiste Zeit muss ein Trader seine Strategien vorbereiten. Seine Charts analysieren und updaten und einen Trading-Plaene erstellen. Nur 10% der Arbeit ist es, Orders auszuführen. So ist es zumindest fuer Swing-Trader wie mich.

Beim Swing-Trading ist es auch ganz wichtig die Kraft des Zinseszins-Effektes zu verstehen. Mein Ziel ist es pro Monat 4R zu verdienen (bei einem Trade-Risiko von 2% auf dem Tageschart.) Das entspricht 1 Gewinntrade pro Monat, wenn man einen guten Trade erwischt. Und man hat 8% pro Monat hingelegt. Natürlich geht das nicht immer gut, deshalb hat man Verlusttrades, die man bei -1R rauswirft.

Da man nie weiss, welche Trades man schliesslich im Gewinn ausreizen kann, muss man als trendfolgender Trader sein Risiko auf unterschiedliche Basiswerte diversifizieren. Und wenn man dann mal eine Gazelle erwischt, dann muss gefressen werden.

Ich befolge das nach der oben beschriebenen Strategie. Ich verfolge die Indices, Währungen im Tageschart. Sobald dort ein Signal auftritt, schalte ich für den Trade in den Stundenchart 15 min 5 min .., um den Stopp enger setzen zu können, um ein hohes R-Vielfaches aus dem Trade zu holen.

Ich erwarte ja auch das höchste Momentum, selbst intraday, an den Punkten an denen die wichtigen Knackpunkte der übergeordneten Charts auftreten. Es sind eben diese Punkte an denen man dann auch das Momentum im kurzfristigen Zeitfenster ausnutzen muss. Und hier fährt der Trader dann “volle Geschwindigkeit voraus” wie der Gepard. Er erreicht schnell hohe Geschwindigkeiten, wenn der Trend läuft, baut er schnell hinein auf. Wenn nicht gibt er die Jagd schnell wieder mit -1R Verlust auf und spart seine Kräfte für den nächsten Anlauf.

Kommt dann der Markt aber auf mich zu, und gibt mir ein Signal bei einem Basiswert auf Long- oder Short-Basis dann muss ich es eben im Stundenchart  bzw dann in die unteren Ebenen hinunter mit CFD-Hebel ausreizen. 

Wenn ein Trade dann mal durch antizyklische Trendfolge anläuft, dann kann durch das Pyramidisieren in einer kleineren Zeitebene ein hohes R-Vielfaches erzielt werden. 

Aber wann sie kommen, dass kann ein Trader nicht beeinflussen. Er muss geduldig seine Watchlist erstellen, und wenn der Markt das Signal gibt schnell agieren. Deshalb baue ich jetzt auch langsam meine Watchlist auf die meisten Signale eher short, nicht long und warte geduldig auf meine kranke Gazelle.

Hol dir die einfachen Trades. Du brauchst nur ein paar wenige, um erfolgreich zu sein. Verausgabe nicht deine Kraft, indem du schönen, saftig gross und lecker ausschauenden Gazellen nachläufst. Wenn du es zu oft machst, und zu oft damit scheiterst, dann verhungerst du. Lass den Markt auf dich zukommen.

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.....Livermore machte sein Geld, indem er dem Trend der Marktpreise folgte. Er wählte eine bestimmte Aktie oder einen Artikel um ihn zu kaufen oder "shorten", abhängig von seinem Preis und Umsatz. Dann setzte er relativ kleine Startpositionen. Wenn sie ihm Gewinn brachten, erhöhte er seinen Anteil - sonst verkaufte er sie. Diese Technik führte zu großen Gewinnen und kleinen Verlusten.....

Quelle hier